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 Dirk und Hanna Pusch mit ihren Söhnen Matthis, Yannis und Andris sind als Missionare in Yaoundé, Kamerun im Bereich theologische Ausbildung, technische Arbeit und Frauenbildung tätig. Was motiviert euch zur Mission? Hanna: Von klein auf hörte ich immer wieder Berichte von Missionaren, fremden Ländern und dass die Bibel uns den Auftrag gibt, anderen Menschen von Jesus weiter zu sagen. So entstand in mir der Wunsch, ebenfalls eines Tages als Missionarin zu arbeiten. Als es dann um unsere konkrete Berufung in ein afrikanisches Land ging, tauchten viele Zweifel, Ängste und Sorgen auf. Aber Gott zeigte mir deutlich, dass Südkamerun der Platz ist, an dem er uns haben wollte. In den vier Jahren, in denen wir nun hier leben, war dies manchmal mein einziger Beweggrund, nicht aufzugeben und hier zu bleiben. Gerade wenn Einsamkeit und der Alltag mich überwältigen wollten, war dies der Halt, den ich hatte: "Dies ist der Platz, an den Gott mich gestellt hat. Er möchte, dass ich hier bin, auch wenn ich im Moment keinen Sinn darin sehe." Und im Lauf der Zeit hat er mir dann immer wieder gute Begegnungen geschenkt, an denen ich sehen konnte, dass er uns auch gebraucht. Vor ca. zwei Wochen sprach ich mit einer Frau, deren Kinder sonntags zu uns in die Kinderstunde kommen. Sie sagte mir, dass sie sehr stolz sei, dass ihre Kinder kommen dürfen, dass sie die biblischen Geschichten hörten und Bibelverse lernten. Sie selbst habe früher von ihrem Vater manchmal Geschichten erzählt bekommen und merke erst jetzt, dass dies zum Teil Geschichten aus der Bibel seien. Sie sei so froh, dass ihre Kinder das schon früher erfahren dürfen und Gott anders kennen lernen können. Diese wenigen Sätze haben mich ermutigt und ich bin froh, dass Gott uns auch solche Bestätigungen gibt und wir nicht nur wissen dürfen, am richtigen Platz zu sein, sondern es auch spüren können. Dirk: In der Mission, so meinte ich früher, könne man als Einzelner noch ziemlich viel in Bewegung setzen. Mit dem gleichen Einsatz, den man in Deutschland aufwendet, um einen Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, da könnte man hier 100 erreichen. Und mit dem Geld, das man in Deutschland allein für die Beheizung der Kirche aufwendet, könnte ich hier drei bauen und dazu vielleicht noch ein kleines Krankenhaus. Inzwischen habe ich gemerkt, dass dies leider nicht stimmt. In Wirklichkeit kann ich allein gar nichts in Bewegung setzen. Vielmehr muss Gott mich in Bewegung setzen. Ich erreiche vielleicht Menschen mit der Botschaft des Evangeliums. Aber wenn das Evangelium jemanden erreicht, dann ist das ein Gnadengeschenk Gottes und nicht kalkulierbar. Mit viel Geld können wir Kirchen und Krankenhäuser bauen. Aber wenn das Evangelium nicht Menschen von innen berührt hat, dann zerfallen diese Bauwerke innerhalb kürzester Zeit und sind nichts als "eine dröhnende Pauke oder ein lärmendes Tamburin" (1Kor 13,1). Ich stelle fest: Missionar sein hat in erster Linie doch mit dem persönlichen Leben zu tun. Wenn ich an dem Menschen neben meinem Haus vorbeifahre um 100 anderen zu predigen, dann ist meine Predigt nicht viel wert. Missionar sein heißt nichts anderes, als einem einzelnen Menschen von Gottes Liebe zu erzählen und sie ihm vorzuleben. Ich bin dann ein wirklicher Gesandter Gottes, wenn ich den Mut aufbringe, alles was wichtig erscheint zu lassen und mich stattdessen um einen einzelnen Menschen zu kümmern. Denn das hat Jesus auch getan: Er hatte mich persönlich im Blick, als er sein Leben für mich am Kreuz gab.
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